Mit der Pandemie haben wir neue Prioritäten für unser Leben und Wohnen gesetzt. Auch das Interior Design zeichnet sich durch eine Reduktion auf das Wesentliche aus.

Von hicklvesting.

Die pandemische Lage dominiert seit zwei Jahren die Schlagzeilen und sorgt für weitreichende Veränderungen im Alltag. Mehrbelastungen und der erhöhte Stressfaktor in Arbeit und Familienorganisation gehen einher mit dem Verlust von Entspannungs-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, ganz abgesehen von exotischen Fernreisen oder ausgelassenen Feiern. Viele unserer Prioritäten haben sich verschoben. Dies verändert auch die Gestaltung der Objekte, mit denen wir uns umgeben: Statt auf poppige Farben, verspieltes Auftreten, verschwenderische Materialien oder tropische Pflanzenmotive setzen Designer auf kühle, gedeckte Farbtöne, eine klare Formensprache und die Reduktion auf das Wesentliche. Die neue Einfachheit arbeitet mit einer Betonung filigraner konstruktiver Strukturen und ehrlicher, dezent gestalteter Materialoberflächen. Statt überschwänglicher Geste ist ein Sinn für Understatement das Gebot der Stunde, statt postmodernem »Anything Goes« ist eine Rückbesinnung auf gestalterische Werte des Designs der klassischen Moderne zu verzeichnen: ein Back to Bauhaus.

Der französische Architekt Jean Nouvel hat bei der Küche Reflect für Reform Fronten in monochromen, reflektierenden Stahl gewählt, die wegen ihrer vertikalen Rillen einen industriellen Charme entwickeln. Licht und Umgebung wird auf den matten Oberflächen reflektiert, die sich damit selbst zurücknehmen. Das in schwarz oder unbehandeltem Metall erhältliche Küchendesign steht für eine schlichte, zeitlose Extravaganz mit einem zarten Hauch Art Déco.

Die BU Series von yellow design ist eine Reihe von Badobjekten, die einen konstruktiven Rahmen für eine gläserne Duschkabine sowie Griffe und Halterungen umfassen. Die Betonung von ausgewogenen Proportionen und die stringente Formgebung mit minimalistischem Gestus entfaltet im Bad eine fast ephemere Präsenz. BU steht sowohl auf visueller wie haptischer Ebene für Präzision und Qualität, wobei der menschliche Maßstab stets im Vordergrund bleibt.

REFLEX² Floor von serien Raumleuchten ist inspiriert von einem Klassiker aus ihrem Leuchtenprogramm, dabei jedoch auf das Wesentliche reduziert. Die Stehleuchte wird durch eine filigrane Rahmenstruktur gebildet, die intensive Stimmungen im Raum kreiert. Die LED-Platinen kommen ohne Reflektor aus und beleuchten den Raum indirekt über die Decke.

Eclipse Leuchtobjekt von Ehsan Aghdami
Eclipse Leuchtobjekt. © Ehsan Aghdami

Nicht weniger minimalistisch ist Khayyám Eclipse des Jungdesigners Ehsan Aghdami. Der kugelförmige Leuchtköper ist asymmetrisch an der schmalen Rückseite aus Holz aufgehängt. In der Rückansicht erscheint die Leuchte wie die Aurora einer Sonnenfinsternis. Sie ist in acht Varianten erhältlich, die sich von den Planeten unseres Sonnensystems inspiriert zeigen.

Die neue Tisch- und Stehleuchte LINIjA von Baltensweiler ist aus einer simplen, vertikalen Stange gebildet, an der zwei verstellbare Stäbe angebracht sind. Das Licht kann so je nach Bedarf gerichtet werden. Die Konstruktion ist höchst filigran gefertigt und steht für ein klassisches Understatement.


Die ICONIC AWARDS: Innovative Interior prämieren Highlights des Interior Designs und machen Branchentrends sichtbar. 2022 wurden einige herausragende Beispiele für Less is more ausgezeichnet:


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