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23. März 2020
Design and the Elastic Mind, 2008, © Museum of Modern Art

Zeit für (Design-)Entdeckungen: das MoMA Ausstellungsarchiv

Die aktuelle Epidemie erfordert, möglichst zurückgezogen zu leben. In dieser Situation boomen die Online-Angebote internationaler Museen, bieten sie doch die eine willkommene Möglichkeit, sich aktuellen und historischen Themen aus Kunst, Design und Kulturgeschichte zu widmen, ohne die Wohnung verlassen zu müssen. Deshalb möchten wir an dieser Stelle auf Angebote aufmerksam machen, die zwar nicht neu, aber gerade für die Designwelt von großem Interesse sind: digitale Archive, in denen es sich herrlich stöbern lässt und man auf unterwartete Funde trifft. Seit einigen Jahren verfolgt das Museum of Modern Art (MoMA) in New York mit seiner digitalen Sammlung Exhibition history das Ziel, Dokumente vergangener Ausstellungen nicht nur zu sichern, sondern diese auch für Interessierte digital frei zugänglich zu machen. Von den seit der Gründung des Museums 1929 gezeigten Ausstellungen stehen Fotografien der Objekte und ihrer Präsentation, Pressemeldungen, längst vergriffene Kataloge, Audio- oder Videoformate oder die Ausstellungswebsite bereit, entdeckt zu werden. Unter den zahlreichen Schauen finden sich auch einige, die für die Designwelt überaus wichtig waren. Zum Beispiel das Programm „Good Design“ in den 1950er -Jahren, die bis heute legendäre Schau „Italy: the New Domestic Landscape“ im Jahr 1972, „SAFE: Design Takes On Risk“ von 2005/2006 oder die Ausstellung „Design and the Elastic Mind“, die 2008 auch mit ihrer – immer noch verfügbaren – interaktiven Website für Aufmerksamkeit sorgte.


23. März 2020
© KAHLA/Thüringen

Kahla/Thüringen Porzellan: gute Nachrichten, schlechte Nachrichten

Die Porzellanfirma Kahla/Thüringen ist eines der wenigen Beispiele für ein Unternehmen, das nach der deutschen Wiedervereinigung zu einem Erfolgsmodell avancierte. Verantwortlich dafür ist Günther Raithel, der das Unternehmen 1994 übernommen und es zu einer der innovativsten Porzellanmarken umgestaltet hat. Dabei sah er im Design von Anfang an einen zentralen Faktor seines Konzepts und setzte auf die Designerin Barbara Schmidt, die mit ihren Formen und Konzepten die Ess- und Tischkultur neu definierte. Das Tableware International Magazine hat Günther Raithel dafür nun mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet. Nur kurze Zeit später wurde bekannt, dass das Unternehmen Kahla/Thüringen Porzellan GmbH, das seit 2005 von Holger Raithel geführt wird, Insolvenz anmelden musste. Die Porzellanindustrie in Deutschland kämpft seit vielen Jahren ums Überleben. Ein gescheitertes Großprojekt soll Kahla nun in Schieflage gebracht haben. Die Sanierung soll jetzt in Eigenverwaltung erfolgen. Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher sieht der Geschäftsführende Gesellschafter Holger Raithel das Unternehmen dafür gut gerüstet. Ziel sei es, alle 250 Mitarbeiter zu halten.


23. März 2020
Debbie Millman, Foto: John Madere, © Helsinki Design Week

Why does design talk matter. Debbie Millman im Gespräch

Es hat als Radioshow begonnen und die Sendungen waren zugleich der erste Podcast in Sachen Design: „Design Matters“ ist seit 2005 online, wartet mit interessanten Gesprächspartnern zu relevanten Themen auf und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Initiatorin war und ist die Journalistin, Kuratorin und Designerin Debbie Millman, die jetzt in einem Podcast selbst zu Wort kommt. In Why does design talk matter? fragt Helsinki Design Weekly Debbie Millman unter anderem nach dem Geheimnis eines guten Gesprächs, ihrem Wunschgast und dem Einfluss von Marken auf unseren Alltag – vor allem aber, weshalb es so wichtig ist, über Design zu sprechen.


23. März 2020
Aaron Betsky, Foto Roderick La Foy, © Virginia Tech.

Aaron Betsky Direktor der Virginia Tech School of Architecture and Design

Dem Leser internationaler Fachpublikationen ist der Name Aaron Betsky nicht unbekannt. Seit seinem Studium der Architektur und der Geisteswissenschaften bewegt er sich als Autor, Kritiker und Kurator auf den Gebieten Architektur, Design und Kunst in Europa und den USA – als Museumsdirektor, Institutsleiter oder mittels zahlreicher fundierter Publikationen. Jetzt wurde Aaron Betsky zum Direktor der Virginia Tech School of Architecture and Design in Blacksburg, Virginia, berufen. Er wird das Amt zum 1. Juni 2020 antreten. Zuvor hatte Betsky die School of Architecture at Taliesin geleitet, eine von Frank Lloyd gegründete Architekturschule, die in den letzten Wochen in die Schlagzeilen geraten war, weil sie geschlossen werden sollte.


16. März 2020
Philppe Parreno, My Room is Another Fishbowl, 2016. Courtesy Pilar Corrias, London, © Art Basel

Kunstmesse digital. Die Art Basel führt Online Viewing Rooms ein

Seit das Coronavirus das öffentliche Leben massiv einschränkt, kulturelle Einrichtungen bis auf weiteres geschlossen bleiben, Kunstmessen wie die Art Cologne verschoben und die Art Basel Hongkong abgesagt wurde, wächst der Wunsch nach neuartigen digitalen Informationsformaten. Die Art Basel, die vom 18. bis 21. Juni 2020 stattfinden soll, wurde bislang noch nicht abgesagt. Wie immer sich die Corona-Krise entwickeln wird: die wichtigste Weltmesse des internationalen Kunstmarktes führt am 20. März im Vorgriff auf den Event Online Viewing Rooms ein. Die virtuellen Räume der öffentlich zugänglichen Online-Ausstellung zu konzipieren sei, so die Messe, für viele der 231 teilnehmenden Galerien Neuland. Jede Galerie hätte ein kuratorisches Konzept für ihren virtuellen Auftritt entwickelt, wobei der Vorteil darin bestehe, dass im virtuellen Raum Beschränkungen wie bei einem traditionellen White Cube wegfielen. Das Angebot des virtuellen Museums auf Zeit reicht von Spitzenwerken der Malerei bis zu monumentalen Außenskulpturen.


16. März 2020
Kinetic Pictogramms, © Tokio 2020

Olympische Spiele Tokio. Kinetische Piktogramme

Im Corporate Design kommt nicht nur der Spirit eines Unternehmens oder einer Veranstaltung zum Ausdruck. Wie es gestaltet ist, offenbart auch vom jeweiligen Zeitgeist geprägte technische und ästhetische Vorlieben. Das gilt auch für das visuelle Erscheinungsbild und die Piktogramme der einzelnen Sportarten der Olympischen und der Paralympischen Spiele. Da sie Teil der Geschichte der visuellen Kommunikation sind, lassen sich aktuelle Veränderungen an ihnen gut ablesen. In Zeiten digitaler Kommunikation – die ja nicht mehr ganz neu ist – hat das Organisationskomitee der Olympischen Spiele Tokio 2020 nun erstmals in der Geschichte der Sportveranstaltung kinetische Piktogramme vorgestellt. Entworfen wurden die insgesamt 73 Piktogramme vom japanischen Designer Masaaki Hiromura, animiert hat sie der Motion Designer Kota Iguchi. Die kinetischen Piktogramme entstehen vor einem weißen Hintergrund als Fragmente, die eine kurze, für eine bestimmte Sportart typische Bewegungssequenz zeigen. Statische Piktogramme waren bei Olympia erstmals 1964 bei den Spielen in Tokio eingeführt worden. Bei den Paralympischen Spielen tauchten sie erstmals 1992 bei den Sommerspielen in Barcelona auf.


16. März 2020
Screenshot des Projekts „Elements of AI“ © Reaktor und Universität von Helsinki

Künstliche Intelligenz. Kostenloser Online-Kurs des DIHK

Künstliche Intelligenz begegnet uns täglich in vielfacher Form – ob als Empfehlung auf dem Handy oder durch die interaktive Alexa. Doch welchen Einfluss hat sie konkret auf unser Leben? Wie entsteht KI überhaupt? Was kann sie und was nicht? Und wie wird sie sich perspektivisch in den kommenden Jahren entwickeln? Die finnische Unternehmensberatung Reaktor hat gemeinsam mit der Universität Helsinki den Online-Kurs „The Elements of AI“ entwickelt, um Menschen das Thema KI strukturiert Schritt für Schritt nahezubringen, Ängste abzubauen und ihnen zu helfen, sich KI zunutze zu machen. Seit 2019 hat die Deutsch-Finnische Handelskammer (AHK Finnland) zusammen mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK e.V.) den Kurs auch in Deutschland zugänglich gemacht. Er kombiniert die Vermittlung theoretischen Wissens mit praktischen Übungen und visuellen Schaubildern und kommt in einer insgesamt sehr leserfreundlichen Aufmachung daher. Sechs Bausteine decken verschiedene Aspekte des Themas ab – von der Definition Künstlicher Intelligenz über die Problemlösung bis hin zu realen Anwendungen und Arten maschinellen Lernens. Dabei können die Teilnehmer ihr Lerntempo selbst bestimmen – ob in Eigenregie oder nach einem Sechswochen-Plan. Mehr als 350.000 Personen aus 170 Ländern haben sich bereits für den Kurs registriert, was die große Relevanz dieses Themas belegt.


16. März 2020
Sponsored News

Joseph Binder Award 2020 – Call for entries!

designaustria lädt erneut zur Teilnahme am international ausgeschriebenen Joseph Binder Award (JBA20) für Grafikdesign und Illustration. DesignerInnen, IllustratorInnen, Agenturen sowie Studierende aus aller Welt sind ausgerufen, ihre zwischen 2018 und heute realisierten Arbeiten bis spätestens 17. April 2020 einzureichen. Alle Informationen zum JBA20 sowie zur Online-Registrierung finden Sie hier.


13. März 2020

Zugang gesichert. Designer und Wissenschaftler übergeben Dokumente, das Smithsonian Institute öffnet Bilddatenbank

Was in der Vergangenheit entweder selbstverständlich geregelt wurde oder einfach in Vergessenheit geriet, ist heute zu einem Phänomen geworden, das öffentlich kommuniziert wird: der Verbleib der Archive einflussreicher Designer, Künstler und Wissenschaftler und der Zugang zu ihnen. Gerade wurde bekannt, dass Enzo Maris aus etwa 1.500 Objekten und zahlreichen technischen Dokumentationen, Dokumenten, Fotografien und Büchern bestehendes Archiv der Stadt Mailand übergeben wird, die das Material erfassen, erschließen und zugänglich machen will. Der 1932 geborene italienische Designer gehört zu den einflussreichsten Gestaltern des 20. Jahrhunderts. Das Archiv des österreichischen Mode-Designers Helmut Lang befindet sich bereits seit vielen Jahren im Wiener Museum für Angewandte Kunst (MAK), das die Archivalien für Forschungsarbeiten zur Verfügung stellt. Der Designer, der sich seit 2005 nur auf sein künstlerisches Schaffen konzentriert, zeigt aktuell im MAK seine Ausstellung Helmut Lang Archiv im MAK. Eine Intervention von Helmut Lang. Er ist zwar kein Designer, aber für die Designprofession ein wichtiger Vor- und Querdenker: Bazon Brock. Der 1936 geborene Denker, Künstler, Kunstvermittler und Kunstkritiker schenkt seinen Vorlass dem documenta archiv in Kassel. Durch eine Spende des Verlegers Dr. Hubert Burda ist die Erschließung und damit der Erhalt der vielfältigen Arbeiten Bazon Brocks gesichert.

Ein weiterer Meilenstein in der aktuellen Phase der Digitalisierung und Zurverfügungstellung historischer Materialien ist die Nachricht, dass das Smithsonian Institute in den USA mit dem Smithsonian Open Access aktuell ein Konvolut von 2,8 Millionen Abbildungen für die freie Recherche und den freien Download zur Verfügung stellt, unter denen sich auch zahlreiche Abbildungen aus designrelevanten Bereichen befinden.


9. März 2020
Grafisches Atelier Stankowski + Duschek, Zeichen der Messe Frankfurt, aus: Handbuch 2: Das Orientierungssystem, 1982/83, Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek, © Meike Gatermann und Stankowski-Stiftung / Foto: Dietmar Katz

Atelier Stankowski + Duschek. Ausstellung in Berlin

Markenentwicklung, Corporate Identity, Werbe- und Informationsgrafik – fünf Jahrzehnte lang gehörte das bei Stankowski + Duschek zum Kerngeschäft. Nur wenige Grafikdesignbüros haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das visuelle Erscheinungsbild von Unternehmen und Institutionen in Deutschland derart geprägt. Nicht nur der dynamische „Schrägstrich im Quadrat“ wurde als Markenzeichen der Deutschen Bank weltbekannt, in dem Atelier in Stuttgart entstanden auch Logos und komplette Erscheinungsbilder für SEL, den Werkbund, den Rat für Formgebung, Viessmann, die Messe Frankfurt, die Deutsche Börse und viele mehr. „Zeichen“, formulierte Stankowski 1978, „sind visuelle Telegramme, ähnlich wie Flaggen“. Anton Stankowski (1906 bis 1998) und Karl Duschek (1947 bis 2011) verband dabei nicht nur eine ausgefeilte konstruktive Ästhetik der Zeichensysteme, beide bewegten sich auch im Umfeld der konkreten Kunst. Mit der Ausstellung Marken:Zeichen. Das Grafische Atelier Stankowski + Duschek gewährt die Kunstbibliothek Berlin vom 13. März bis zum 28. Juni 2020 einen Einblick in Stankowskis Vorläuferbüros sowie die Entwicklung des gemeinsamen Ateliers und zeichnet in Skizzen, ausgeführten Entwürfen, Drucksachen und vielem mehr den Arbeitsprozess eines Kommunikationsdesigners in der Zeit vor dem Computer nach. Zur Ausstellung erscheint auch eine aktuelle Publikation.


5. März 2020
Ein Traum von einer Stadt, Budapest Roemer © Maxin10sity. Luminale 2020

Lichtkunst und Stadtgestaltung. Luminale Festival in Frankfurt

Auch wenn die Messe light+building auf den September 2020 verschoben wurde, die zehnte Ausgabe der Luminale. Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung wird wie angekündigt vom 12. bis zum 15. März 2020 in Frankfurt am Main und Offenbach stattfinden. Unter dem diesjährigen Themenschwerpunkt „Digital Romantic“ bietet das Programm mit rund 110 Installationen wieder ein breites Spektrum der Gestaltung mit Licht in Kunst und Design, Stadtgestaltung und öffentlichem Raum. Die Teilnehmer kommen aus der ganzen Welt und werden nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten der Städte Frankfurt und Offenbach überraschend ins Licht rücken und neu erlebbar machen, sondern auch kleinere und weniger bekannte Orte in den Mittelpunkt ihrer lichtgestalterischen Ambitionen rücken.


5. März 2020
Foto: Jean-Vincent Simonet, © arte

Auf roten Sohlen. Dokumentation und Ausstellung

Ein sehr hoher Pfennigabsatz und eine knallrote Sohle – das sind die Kennzeichen des Schuhdesigners Christian Louboutin. Der französische Designer hat seine Kenntnisse und sein Gespür für aktuelle Modetrends unter anderem bei Charles Jourdan, Chanel und Yves Saint Laurent erworben. 1991 gründete er sein eigenes Label, das heute international agiert und mit handwerklich hochwertigen Schuhen und Taschen weltweit Begehrlichkeiten weckt. Dabei kann ein Paar Louboutin-Schuhe schon einmal 8.000 Euro kosten. Das Markenzeichen der roten Sohle wurde 2014 durch ein US-Patent geschützt und eingetragen. Der Fernsehsender ARTE zeigt am 13. März in der Dokumentation Auf roten Sohlen mit Christian Louboutin ein Portrait des Designers und seines außergewöhnlichen Erfolgs. Im Palais de la Porte Dorée in Paris stellt die Ausstellung Christian Louboutin, Exhibition[iste] dessen bisheriges Schaffen noch bis zum 26. Juli 2020 vor.


5. März 2020
© Norm u. Museum für Gestaltung Zürich

Norm. Ausstellung in Zürich

Es war 1999, als Dimitri Bruni, Manuel Krebs und Ludovic Varone ihr Grafikbüro gründeten und es ganz einfach Norm nannten. Der Name des Büros ist Programm und Haltung zugleich, prägen doch gestalterische Regelwerke wie Raster, Proportionen und Modularität ihre Arbeiten aus Grafik und Typografie. Dass die Designer trotz solch vermeintlicher Beschränkungen in ihrer Gestaltung eine große Vielfalt erzielen, zeigt ihr virtuoser Umgang mit Normen und die Art, wie sie deren Grenzen ausloten: Wie weit kann eine Bildinformation reduziert werden und gleichwohl erkennbar bleiben? Wie viele Pixelkombinationen sind für dasselbe Motiv möglich? Die Auseinandersetzung mit den grundlegenden Elementen und Gesetzmäßigkeiten der Grafik steht auch bei der Ausstellung Norm. It’s not complicated im Museum für Gestaltung in Zürich im Zentrum, die Arbeiten und Arbeitsweisen des Designbüros vorstellt. Zu sehen ist die Schau vom 14. März bis zum 6. September 2020 am Standort des Museums im Zürcher Toni-Areal.


5. März 2020
Yvonne Farrell und Shelley McNamara, Foto Courtesy Alice Clancy

Pritzker-Preis für Grafton Architects

Jedes Jahr mit Spannung erwartet und immer für eine Überraschung gut: die Bekanntgabe des Pritzker-Preises. Wer aus der Architekturwelt die mit 100.000 Dollar dotierte Auszeichnung bekommt, ist spätestens dann ein Star. Unter den Trägern des 1979 erstmals vergebenen Preises finden sich mit Norman Foster, Richard Rogers, Tadao Ando, Shigeru Ban, Jean Nouvel, Rem Koolhaas, Peter Zumthor und Gottfried Böhm denn auch die großen Baumeister der letzten Jahrzehnte. Mit Zaha Hadid und Kazuyo Sejima, die gemeinsam mit ihrem Büropartner Ryue Nishizawa ausgezeichnet wurde, haben bisher nur zwei Architektinnen die Ehrung erfahren. In diesem Jahr geht der Preis nun an Yvonne Farrell und Shelley McNamara und ihr in Dublin ansässiges Büro Grafton Architects. Die beiden Architektinnen, die seit 1978 zusammenarbeiten, haben, so heißt es unter anderem in der Begründung der Jury, Architektur immer als eine Kunst begriffen, mit einem klaren Auftrag den Nutzern der Gebäude zu dienen und damit eine logische Verbindung zwischen Menschen und Architektur herzustellen. Oder, wie Shelley McNamara es einmal im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung ausgedrückt hat: „Es ist das eine, etwas Funktionales zu machen. Aber das reicht nicht. Architektur hat die Fähigkeit, einen Ort zu verbessern.“


3. März 2020
© McKinsey

CEOs verstehen Design-Leadership nicht. McKinsey-Studie

Es gibt Neues von McKinsey zur Bedeutung von Design in Unternehmen. In der jüngst veröffentlichten Studie Are you asking enough from your designer leaders? kommt die international agierende Unternehmensberatung zu dem Schluss, dass Firmenchefs nicht wirklich etwas über die Designaktivitäten ihres Unternehmens wissen und schon gar nicht einschätzen können, welche Bedeutung dem Design-Leadership heute zukommt. Vorausgegangen waren in den letzten Jahren Bestrebungen, Design zu einer Art Zauberformel für strategische Unternehmensführung zu machen und daraus weitreichende Neustrukturierungen innerhalb der Designabteilungen abzuleiten. Ein Ergebnis war oft die Implementierung eines Chief Design Officers (CDO). Für die Studie hat McKinsey 200 Designverantwortliche und 100 Top-Manager befragt und mehr als 1700 Antworten des McKinsey Design Index (MDI) ausgewertet. Dabei kam heraus: Rund 90 Prozent der Unternehmen schöpfen das volle Potenzial nicht aus, das im Design liegt, obwohl 40 der Top-100-Unternehmen in den letzten fünf Jahren auf der Führungsebene Designverantwortliche in der Organisation verankert haben. Im Ergebnis führt das dazu, dass die Bedeutung von Design für die strategische Weiterentwicklung vom Management nach wie vor nicht ausreichend erkannt wird und die Kommunikation zwischen den verschiedenen Führungsebenen nicht wie gewünscht funktioniert.


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