6 min read

In einer Zeit der rasanten Weiterentwicklung hybrider Kommunikation stehen Unternehmen branchenunabhängig vor der großen Herausforderung, ihre Markenidentität auf allen Kanälen intern und extern souverän in den unterschiedlichsten Formaten zu kommunizieren. Die cross-medialen Anforderungen sind groß. Das Architektur- und Designstudio Veech x Veech zeigt mit dem neuen News-Studio für die RTL Mediengruppe, wie zukünftige markengerechte Kommunikationsarchitektur für multimediale Informationsvermittlung aussehen kann. 

Von Ulrike Haardt 

Frei programmierbar, robotisch gesteuert und wandlungsfähig für unterschiedliche Sendeformate: Das Cross-Media-Interface, das Veech x Veech für RTL entwickelt hat, setzt neue Maßstäbe für ein zukunftsorientiertes, multimediales Broadcast Design. Die Sehgewohnheiten der Zuschauer ändern sich stetig, statische Nachrichtensendungen mit Moderatoren und Moderatorinnen vor einer fest installierten Kulisse sind längst überholt. Das neue News-Studio demonstriert erweiterte Möglichkeiten einer dynamischen Informationsvermittlung – und definiert damit ebenso die Beschaffenheit hybrider Kommunikationsräume von Markenunternehmen neu. 

Mehr Flexibilität und Effizienz mittels dynamischer Architektur

Nach zweijähriger Entwicklungsarbeit des Wiener Architekturbüros um Mascha und Stuart A. Veech launcht RTL im September 2022 eines der modernsten TV-Studios, die es derzeit gibt: Der 445 qm große Studio-Raum lässt sich durch hochpräzise robotische Antriebselemente variabel formen und dem Programmablauf des Senders rund um die Uhr mit automatisch wechselnden Konfigurationen anpassen. Anstelle eines modulbasierten Set Designs tritt eine dynamisch bespielbare 360°-Architektur, mit der RTL in der Lage ist, unterschiedliche Nachrichtenformate innerhalb eines einzigen Raumes zu produzieren – ein Novum im Broadcasting, das eine neue Effizienz, bisher unbekannte Flexibilität und fließende Formatwechsel ermöglicht. 

Dynamische 360°-Studio-Architektur, © Annika Feuss
Anstelle eines modulbasierten Set Designs tritt eine dynamisch bespielbare 360°-Architektur, © Annika Feuss

LED-Technik und bewegliches Mobiliar für jedes Corporate Branding

Basis der Pionierarbeit von Veech x Veech war das Bedürfnis der Moderatoren und Moderatorinnen, sich ohne Kabel frei im Studio bewegen zu können, während sie mit anderen Akteuren im Raum oder mit digital zugeschalteten Studiogästen kommunizieren. Der Raum an sich erhält nun durch sein technisches Equipment unbegrenzte Verwandlungsmöglichkeiten: Möbel und Wände sind beweglich, ebenso das frei konfigurierbare Raumsetting aus LED-Wänden, das für jedes Corporate Branding und für jedes konkrete Format eine individuell abgestimmte Raumästhetik und Stimmung erzeugen kann.

Vier hängende, verfahr- und drehbare LED-Wände fungieren als raumformende Bildebenen für die mediale Präsentation und sind bei Bedarf zu fugenlosen Videoflächen von bis zu 12 Metern Breite kombinierbar. Mit den durch Robotik gesteuerten Kameras lässt sich daraus bei jedem Programmwechsel innerhalb von Minuten die maßgeschneiderte multimediale Informationsumgebung herstellen. Einige Standardkonfigurationen sind bereits voreingestellt, die anderen programmier- und speicherbar. Das dynamische System unterstützt eine Vielzahl von formatspezifischen Dramaturgien und garantiert den Sendungen gleichzeitig ihre unverwechselbaren Brand Identities und die Erkennbarkeit des übergeordneten Corporate Brandings. Ein wesentlicher Baustein des Corporate Designs ist dabei die identitätsstiftende Designlinie des Studiomobiliars.

LED-Wände im RTL-Studio, © Annika Feuss
Vier hängende, verfahr- und drehbare LED-Wände fungieren als raumformende Bildebenen für die mediale Präsentation und sind bei Bedarf zu fugenlosen Videoflächen von bis zu 12 Metern Breite kombinierbar, © Annika Feuss

Neue multimediale Umgebungen: Auch für Unternehmen höchst relevant

Veech x Veech hat das visuelle Erscheinungsbild der RTL-Sendeformate modernisiert und an die neuen Bewegtbild-Erwartungen des Publikums, das mittels unterschiedlicher Medienkanäle Nachrichten konsumiert, angepasst. Damit ist die neu entwickelte performative Architektur über die Broadcasting-Szene hinaus wegweisend. Denn dynamische Raumkonzepte zur wirksamen und effizienten Vermittlung analoger oder digitaler Inhalte sind für Unternehmen aller Branchen und deren interne wie externe Kommunikation höchst relevant. Ob Teambesprechung, Kundenmeeting, Produktpräsentation oder Messe-/Ausstellungsformat: Gerade in Zeiten der Pandemie, unterbrochener Kommunikationsebenen und dem intensiven Bedürfnis von Institutionen und Unternehmen nach einer souveränen, markengetreuen Kommunikation zeigt das Raumkonzept von Veech x Veech eine realitätsnahe Vision auf. 

Sowohl architektonisch als auch technisch stehen Unternehmen vor der Aufgabe, ihre diversen Zielgruppen zu erreichen. Veech x Veech veranschaulichen am Beispiel des neuen Studios, was es für ein erfolgreiches Senden von Botschaften zukünftig braucht, wie sich Marken gegenüber der sich in allen Richtungen entwickelnden hybriden Kommunikation wappnen sollten bzw. müssen. Denn cross-mediale und formatübergreifende Konzepte sind in allen Skalierungen – vom alltäglichen CEO-Videocall bis zum komplexen digitalen Showroom – die Herausforderung zukünftiger Unternehmenskommunikation. 

Studio der RTL Mediengruppe von Leech x Veech
Das Cross-Media-Interface setzt neue Maßstäbe für ein zukunftsorientiertes, multimediales Broadcast Design, © Annika Feuss

Architektinnen und Architekten nehmen in diesem Kontext eine neue Rolle ein. Sie erweitern den Raum durch multimediale Umgebungen: Architektur entsteht durch mediale Nutzung, d.h. durch virtuelle Übertragungstechnologien, und muss dabei individuell formbar bleiben. Mit diesen neuen Möglichkeiten der räumlichen Gestaltung entwerfen sie neue hybride Welten, deren Erfolg von dem sinnvollen Maß an realen Erlebnissen abhängig bleibt. 

Kommunikationsräume der Zukunft: Der Mensch steht im Zentrum 

Veech x Veech gehören international zu den wenigen Experten, die sich auf die visionäre Gestaltung von Nachrichtenstudios spezialisiert haben. Auch in anderen Unternehmenskontexten ist ihre Arbeit an der Schnittstelle von hybrid und analog, ihre intensive Beschäftigung mit Fragen von Performance, Framing und medial vermittelten Erlebnissen sowie ihr experimenteller Umgang mit Materialien zunehmend gefragt. 

Ihre maßgeschneiderten Architekturen und multimedialen Umgebungen loten die Grenzen des technisch Machbaren neu aus. Dabei schlagen ihre Konzepte bewusst die Brücke zwischen dem konkreten Raum und den Möglichkeiten einer digital erweiterten Realität. Der Mensch steht nach wie vor als Akteur im Zentrum. Als Nutzer oder Nutzerin verleiht er oder sie erst durch die individuelle Programmierung den variabel formbaren Räumen ihre temporäre Gestalt. Damit erhält der Mensch das Rüstzeug, die Potentiale einer erweiterten Wirklichkeit anzuwenden und zugleich einen angemessenen und seriösen Umgang mit Informationen sicherzustellen. Denn bei der Vermittlung von Inhalten geht es trotz aller technischer Errungenschaften vor allem immer noch um Glaubwürdigkeit.


Mehr auf ndion

Weitere Artikel zum Thema Marke.



Diese Seite auf Social Media teilen:

Print Friendly, PDF & Email